Direkte Nebenwirkungen der Blutegeltherapie sind nicht bekannt. Der Biss selbst, bei welchem die Hyaluronidase eingespritzt wird, erfolgt in den ersten 2-3 Minuten. Der Biss entspricht dabei dem Schmerzempfinden eines Insektenstichs oder dem Kontakt mit einer Brennnessel.

Bei Tieren mit einer starken Anämie (Blutarmut) oder einem schlechten Immunsystem sollte auf eine Behandlung verzichtet werden. Zudem kann es besonders nach häufigen Blutegelbehandlungen zu allergischen Reaktionen auf die Egel kommen.

Mögliche Nebenwirkungen der Blutegeltherapie

  • Rötung/Verfärbung der Bissränder bis zu 14 Tagen
  • Schwellungen, auch verbunden mit lokalem Spannungsgefühl
    (übergeleitet von menschlichen Reaktionen)
  • Juckreiz für ca. 2-3 Tage
  • Hämatome um die Bissstellen
  • Lymphknotenschwellungen
  • Narbenbildung ist möglich
  • Stärkere Nachblutungen
  • Entzündungen, häufig begleitet mit Juckreiz
  • Lokal begrenzte allergische Symptome

Da sich die Blutegel von Blut ernähren besteht die Gefahr, dass Blut vom vorherigen Wirt auf den Patienten übertragen werden kann. Um dies zu verhindern, müssen die medizinischen Egel völlig ausgehungert sein und für mindestens 8 Monate in Quarantäne bleiben. Ich verwende daher ausschliesslich Schweizer Zuchttiere der Firma Hirumed in St. Gallen.

Kontraindikationen

  • Anämien
  • Tiere mit einem geschwächten Immunsystem (und unter Cortison-Dauerbehandlung)
  • Geschwächte Tiere
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Leber- und Nierenerkrankungen
  • Extreme Allergien
  • Bekannte allergische Reaktionen auf die Blutegelinhaltsstoffe
  • Schwere innere Erkrankungen
  • Gastritis
  • Infektionskrankheiten
  • Diabetis mellitus
  • Tiere unter einem Gewicht von 5 kg
  • Tumore
  • Trächtigkeit
  • Viruserkrankungen
  • Sonstige akute Erkrankungen
  • Herzinsuffizienz
  • Starker Durchfall
  • 48h vor einer OP

Blutegel dürfen nicht mehrfach verwendet werden, es sei denn, dass die Verwendung beim exakt gleichen Patienten sichergestellt werden kann. Das heisst aber auch, dass die Egel 4-6 Monate in einem Extragefäss mit genauer Beschriftung gehalten werden müssen.

Meist werden die Egel aber nach der Behandlung durch Einfrieren (mindestens 48h bei -18C) eingeschläfert.

Wer bietet Blutegel Therapie an?

Blutegel dürfen in der Schweiz nur von ausgebildeten Hirudo-Therapeuten, wie Tierärzten, Tierheilpraktikern oder Physiotherapeuten eingesetzt werden. Sie bringen die nötigen Blutegel dann auch mit.

Für den therapeutischen Einsatz kommen die Blutegel aus spezialisierten Zuchtbetrieben, die strenge Anforderungen gemäß § 13 Arzneimittelgesetz erfüllen müssen.

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